Oracle Multitenant Option

Mandantenfähigkeit und stark vereinfachtes Handling mit Container Datenbank (CDB) und Pluggable Datenbank (PDB) optimiert für den Einsatz in Cloudumgebungen.

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Mit Veröffentlichung der Oracle Datenbank 12c führt Oracle die Multitenant-Option, die sogenannte Mandantenfähigkeit, ein.
Es handelt sich streng genommen nicht nur um ein neues Features, sondern vielmehr um eine völlig neue Architektur für den Datenbankbetrieb.

Die herkömmliche Architektur (bis Oracle 11gR2) und ab 12c als sogenannte Non-CDB besteht aus zwei Komponenten:

  • der eigentlichen Datenbank, die sich in Form von Dateien widerspiegelt
  • Betriebssystemprozesse und Hauptspeicher in Form einer Instanz
     

Ab Oracle Datenbank 12c ist es möglich, mehrere Datenbanken unter einer globalen Instanz zu betreiben. Dazu wird die einzelne Datenbank (Pluggable Database, kurz PDB) in eine Container-Datenbank (CDB) „eingesteckt“.

Die PDB enthält alle Anwendungsdaten inkl. Datenbank-Benutzer, Data Dictionary, etc. und unterscheidet sich von einer Non-CDB dadurch, dass diese keine eigene Instanz (Hauptspeicher, Betriebssystemprozesse), keine Kontrolldatei, keine Redolog-Dateien und keine Undo Tablespaces besitzt. Diese Komponenten werden zentral durch den jeweiligen Container (CDB) zur Verfügung gestellt. Oracle adaptiert somit die bereits aus der Oracle Solaris Welt bekannte Container Technologie auf den Datenbank-Bereich


Die Vorteile der neuen PDB/CDB-Architektur liegen auf der Hand:

  • Möglichkeit der Konsolidierung und damit Einsparung von Ressourcen
  • Erhaltung der Mandantenfähigkeit: Benutzer einer PDB können nicht auf den Inhalt einer anderen PDB in der gleichen Container-Datenbank zugreifen
  • Reduzierung der Wartezeit bei der Erstellung von neuen PDBs in einer Container-Datenbank: Jede CDB beinhaltet eine Seed-DB, die als Basis für eine neue PDB genutzt wird. Zur Erstellung einer neuen Pluggable Datenbank wird einfach eine Kopie der Seed-DB erzeugt.
  • Flexibilität: Die PDBs können auf einfache Art und Weise von einer CDB in eine andere CDB umgezogen werden. Dazu wird die Datenbank entnommen und wieder eingesteckt.
  • Vereinfachung von Migrationen und Patches: Zur Migration oder zum Patchen wird die PDB aus der ursprünglichen Container-Datenbank ausgeklinkt und in die neue CDB (mit aktualisiertem Patch- und/oder Versionsstand) eingesteckt.
  • Schnelles Klonen einer PDB (innerhalb einer CDB oder von einer CDB in eine andere)
  • Data Guard auf CDB-Basis: Die Einrichtung von Data Guard erfolgt auf der CDB-Ebene, was sich mit einer Reduzierung des administrativen Aufwands bemerkbar macht, da in diesem Zug für alle PDBs eine Physical-Standby-Datenbank erstellt wird.
  • RMAN Backup Einrichtung auf CDB-Basis: Reduzierung des administrativen Aufwands; der Restore kann sowohl auf CDB- als auch PDB-Ebene erfolgen. Zusätzlich ist ein Point-in-Time Recovery für eine einzelne Pluggable Database möglich.

Grundsätzlich ist die Multitenant-Option eine kostenpflichtige Zusatzoption zur Oracle Datenbank 12c Enterprise Edition. Die Nutzer der Standard Edition Two (SE2) Oracle dürfen zwar ebenfalls auf die neue Architektur zurückgreifen, jedoch ohne die Option und die Nutzung ist auf max. eine Pluggable Database (PDB) pro Container-Datenbank beschränkt („single tenant“). Damit profitieren SE2 Nutzer zumindest teilweise von den Vorteilen, wie beispielsweise beim Einspielen von Patches und dem Klonen von Datenbanken (von einer CDB in eine andere).

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