News:
"Oracle Lizenznachzahlung in Millionenhöhe für die Stadtwerke Pechstadt."

Bei der NUP-Lizenzierung sollte ein besonderes Augenmerk auf nicht durch Menschenhand betriebene Endgeräte gelegt werden.

Icon Unternehmen

"Oracle Lizenznachzahlung in Millionenhöhe für die Stadtwerke Pechstadt." So oder so ähnlich könnte durchaus eine Nachricht lauten, wenn bei aller Euphorie für den digitalen Wandel bereits eingesetzte Basissysteme in der Planung außen vor gelassen werden. Dies gilt insbesondere auch für Oracle Datenbanken. Welche Problemfelder m Technologietrend Internet of Things (IoT) entstehen können, erläutern wir im folgenden, praxisnahen Beispiel.

Im Jahr 2016 verabschiedete der Bundestag das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Darin wird verbindlich vorgeschrieben, dass spätestens bis zum Jahr 2032 sämtliche mechanischen Zähler bei den Stromkunden durch elektronische Zähler ersetzt werden sollen. Zudem werden Millionen Verbraucherhaushalte und Stromerzeuger mit vernetzten Stromzählern, sogenannten intelligenten Messsystemen, ausgestattet. Diese verfügen über eine Kommunikationseinheit, mit der Netz- und Verbrauchsdaten an Mess- und Netzstellenbetreiber oder Stromversorger übermittelt werden. Zwar ist bis 2032 noch etwas Zeit, aber viele Energiedienstleister setzen bereits heute schon auf Smart Metering Systeme.

Und was hat das jetzt mit Oracle Datenbanken, respektive mit möglichen Lizenznachzahlungen in Millionenhöhe zu tun? 

Möglicherweise sehr viel, denn schließlich werden die von den vernetzten Stromzählern übermittelten Daten in entsprechende Anwendungen bzw. deren Datenbanksysteme übertragen und die sind nicht selten vom Marktführer Oracle. Und genau hier lauert auch ein nicht ganz unerhebliches Lizenzierungsrisiko.

Ein kurzer Ausflug in die Oracle Datenbank Lizenzierung: 
Die Nutzung einer Oracle Datenbank ist selbstverständlich mit einer Lizenz abzudecken, wobei grundsätzlich nach zwei Metriken lizenziert wird
>> Prozessor Lizenz - Es werden die Prozessoren einer Plattform, auf denen die Oracle Programme installiert sind und/oder ablaufen, betrachtet.

>> Named User Plus Lizenz -  bezeichnet eine Person, welche zur Nutzung der auf einem einzelnen oder mehreren Servern installierten Oracle Programme ermächtigt wurde. Zusätzlich zu allen Personen wird ein maschinell betriebenes Endgerät (non-human operated device), als ein Named User Plus gezählt, wenn das Gerät auf die Oracle Programme zugreifen kann.

Im letzten Satz liegt nun die Brisanz für unser Beispiel. Ist das Oracle System seinerzeit mittels Named User Plus (oder einer noch älteren userbasierten Lizenzenzierung) lizenziert worden, sollte man hier nochmal genau nachschauen. In der Regel diente für die Lizenzierung als Zählbasis die Anzahl der Mitarbeiter (auch externe Mitarbeiter gehören dazu!), welche die Zählerstände erfassen/bearbeiten. Unter diesen Umständen reichte die Lizenzierung möglicherweise auch aus. Wenn nun jedoch jeder Zähler für diese Metrik herangezogen werden muss, kann das richtig teuer werden. Denn laut Definition ist jeder Zähler der automatisch die Informationen an die Datenbak übermittelt, ein maschinell betriebenes Endgerät, welches als ein Named User Plus zu zählen ist.  

Ein Rechenbeispiel:

Ein kleineres Stadtwerke Unternehmen mit einer Versorgung von ca 30.000 Einwohnern und ca. 18.000 Zählern beschäftigte 20 Mitarbeiter mit der Zählerstandserfassung, lizenzierte für die zugrundeliegende Oracle Datenbank bisher

IST | 20 Named User Plus Lizenzen

und benötigt aber nach Installation der elektronischen Zähler

SOLL | 18.020 Named User Plus Lizenzen!

Diese nicht ganz unerhebliche Differenz würde nach der aktuellen Preisliste (304,- EUR pro NUP) mit fast 5,5 Millionen EUR zu Buche schlagen und das Unternehmen im Falle eine Lizenzaudits in eine unangenehme Situation bringen. Doch bevor nun Panik entsteht, selbstverständlich kann dem entsprechend begegnet werden - beispielsweise mit einer rechtzeitigen Umstellung der Lizenzen auf die Prozessor-Lizenzmetrik, bei der die Anzahl der User keine Rolle spielt. Dennoch soll dieses Beispiel einmal mehr verdeutlichen, dass es extrem wichtig ist, bei der Vielzahl technischer und technologischer Änderungen stets auch weitere Aspekte, wie eben die adäquate Softwarelizenzierung mit zu berücksichtigen. Von daher empfehlen wir, von Zeit zu Zeit vorhandene Nutzungsrechte bereits eingesetzter Produkte zu überprüfen und ggf. nachzujustieren.

Sowohl für den Bereich Oracle als auch für Microsoft SQL Server stehen Ihnen unsere zertifizierten und vor allem praxiserprobten Lizenzexperten gern zur Verfügung.