Alte Lizenzformen und Metriken

Wir haben hier eine Übersicht für die alten Lizenzformen und -metriken für Oracle Core Produkte zusammengetragen.

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Im Laufe der Jahre gibt es viele technische Entwicklungen, welche signifikante Auswirkungen auf den Einsatz von Software haben. Beispiele hierfür sind die Verbreitung des Internets, die Einführung von Mehrkernprozessoren oder Virtualisierungstechnologien.

Die Softwarehersteller reagieren darauf ganz unterschiedlich, z.B. mit Preisanpassungen, Umstellung von Lizenzierungsformen, Anpassung der Metriken, Neuinterpretationen von Lizenzierungsregeln oder ganz neuen Produkten.

So kann es passieren, dass ein Unternehmen in seinem Software-/Lizenzportfolio durchaus Lizenzen besitzt, welche es in dieser Form nicht mehr gibt oder Produkte welche durch den Hersteller eingestellt worden sind. Beim Tausch der Hardware einer Oracle Infrastruktur haben die wenigsten Kunden einen Blick auf die dazugehörige Oracle Lizenzierung. Hier kann es ebenso schnell passieren, dass man in eine Falsch- oder Unterlizenzierung hineinrutscht. Im Falle einer Lizenzprüfung kann das enorme finanzielle Auswirkungen haben.

Beispiel: Ein Kunde beschaffte sich Oracle 8i Datenbank Lizenzen in Form von "Universal Power Units (UPU)", welche es heute in dieser Form nicht mehr gibt. Die Lizenzierung erfolgte auf Basis der Prozessortaktfrequenz - zu einer Zeit, wo 450 MHz Prozessoren das Maß aller Dinge waren. Im Laufe der Zeit wurde der Server jedoch gegen eine moderne Hardware mit 4 Intel QuadCore Prozessoren mit je 3,04 GHz ausgetauscht. Die Oracle Lizenzen wurden nicht angepasst. Eine Überprüfung ergab nun, dass für diesen Server eine 54fache Unterdeckung vorlag - Nachlizenierungskosten ca. 3 Mio EUR. Das Problem konnte mittels Umstellung auf eine aktuelle Lizenzierungsform (hier Prozessorlizenzen) mit vertretbarem Aufwand gelöst werden.

Fakt ist, Software Lizenzmanagement spielt eine entscheidende Rolle in jedem Unternehmen und sollte zum Schutz vor "bösen Überraschungen" in regelmäßigen Intervallen auf der Agenda eines jeden Unternehmens stehen. Sofern man nicht selbst das erforderliche Know-how besitzt, empfehlen wir auf jeden Fall sich entsprechenden Experten-Rat einzuholen.


Named User (NU)

  • alte nutzerbasierte Lizenzierungsform für Oracle Datenbank Standard Edition, später auch für Oracle Datenbank Enterprise Edition
  • bei Oracle Datenbank Enterprise Edition wurde bis 05/2001 zusätzlich in Named User Single Server (NUSS) und Named User Multi Server (NUMS) unterschieden
  • wurde letztmalig mit Oracle8i angeboten
  • auch bekannt als NU Order Form oder NU Network License
  • Nachlizenzierung ist nicht mehr möglich
  • nachfolgende Lizenzform ist der Named User Plus (NUP)
  • Migration möglich nach NUP (1:1) oder Processor (50:1)


Definition:

Ein Named User ist definiert als eine Person, welche zur Nutzung der auf einem einzelnen odr mehreren Servern installierten Oracle Programme ermächtigt wurde. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Person die Oracle Programme zu einem beliebigen Zeitpunkt auch tatsächlich aktiv nutzt oder nicht. Ein nicht durch Menschenhand betriebenes Gerät wird zusätzlich zu allen Personen, die zur Nutzung der Oracle Programme berechtigt sind, als ein Named User gezählt, wenn das Gerät auf die Oracle Programme zugreifen kann. Beim Einsatz von Multiplexing in Hard- oder Software, z.B. über ein Webserver Produkt, werden die Nutzer am Multiplex Frontend gezählt.

Minimumlizenzierung:

Für Oracle Datenbank Standard Edition beträgt die Minimumlizenzierung:

  • 5 NU pro 200 PU (12/1999 - 02/2000)
  • 5 NU pro 200 (U)PU (03/2000 - 05/2001)
  • 10 NU pro Unternehmen (06/2001- 07/2002)
  • 5 NU pro Unternehmen (08/2002)


Bei Lizenzierung nach (U)PU ist zunächst die Gesamtzahl aller (U)PU zu berechnet und daraus die Minimum Named User Anzahl abzuleiten. Ist die Anzahl tatsächlicher Nutzer höher als die Mindestlizenzierung, so ist diese Anzahl Lizenzen anzusetzen.

Für Oracle Datenbank Enterprise Edition beträgt die Minimumlizenzierung:

  • 10 NU pro Prozessor (06/2001 - 08/2002)


Für Oracle Datenbank Enterprise Edition musste bis 05/2001 zusätzlich in Named User Single Server (NUSS) und Named User Multi Server (NUMS) unterschieden werden, wobei die Minimumlizenzierung bei beiden identisch war. Lediglich gab es Preisunterschiede zwischen NUSS und NUMS.

Lizenz-Tipp:

Grundsätzlich sind NU Lizenzen auch mit aktuellen Oracle Datenbankversionen einsetzbar. Da hier jedoch Lizenzierungsrichtlinien gelten, welche auf aktuelle Technologien nur noch unzureichend Anwendung finden, sollte man praktisch gleich auf NUP umstellen. So profitiert man auch von der wesentlich geringeren Mindestlizenzierung nach NUP. Die Umstellung erfolgt 1:1 und ist mit keinerlei Zusatzkosten verbunden.


 

Named User - Single Server (NUSS)

  • alte nutzerbasierte Lizenzierungsform für Oracle Datenbank Enterprise Edition
  • wurde letztmalig mit Oracle8i angeboten
  • Nachlizenzierung ist nicht mehr möglich
  • nachfolgende Lizenzform ist der Named User Plus (NUP)
  • Migration möglich nach NUP (1:1) oder Processor (50:1)


Definition:

Ein Named User Single Server (NUSS) ist definiert als eine Person, welche zur Nutzung der auf einem einzelnen Server installierten Oracle Programme ermächtigt wurde. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Person die Oracle Programme zu einem beliebigen Zeitpunkt auch tatsächlich aktiv nutzt oder nicht. Ein nicht durch Menschenhand betriebenes Gerät wird zusätzlich zu allen Personen, die zur Nutzung der Oracle Programme berechtigt sind, als ein Named User – Single Server gezählt, wenn das Gerät auf die Oracle Programme zugreifen kann. Beim Einsatz von Multiplexing in Hard- oder Software, z.B. über ein Webserver Produkt, werden die Nutzer am Multiplex Frontend gezählt.

Minimumlizenzierung:

Für Oracle Datenbank Standard Edition keine Unterscheidung in Single Server und Multi Server!): siehe Named User (NU)

Für Oracle Datenbank Enterprise Edition beträgt die Minimumlizenzierung:

  • 1 NUSS pro 50 PU, mindestens 200 PU (12/1999 - 02/2000)
  • 1 NUSS pro 20 UPU, mindestens 200 UPU (03/2000 - 03/2001)
  • 1 NUSS pro 30 UPU, mindestens 200 UPU (04/2001 - 05/2001)
  • 10 NU pro Prozessor (06/2001 - 08/2002)


In diesem Fall ist zunächst die Gesamtzahl aller (U)PU zu berechnet und daraus die Minimum NUSS Anzahl abzuleiten. Ist die Anzahl tatsächlicher Nutzer höher als die Mindestlizenzierung, so ist diese Anzahl Lizenzen anzusetzen.

Lizenz-Tipp:

Grundsätzlich sind NUSS Lizenzen auch mit aktuellen Oracle Datenbankversionen einsetzbar. Da hier jedoch die Einschränkung auf einen Single Server vorgenommen ist, sollte man praktisch gleich auf NUP umstellen. So profitiert man auch von der wesentlich geringeren Mindestlizenzierung nach NUP. Die Umstellung erfolgt 1:1 und ist mit keinerlei Zusatzkosten verbunden.


 

Named User - Multi Server (NUMS)

  • alte nutzerbasierte Lizenzierungsform für Oracle Datenbank Enterprise Edition
  • wurde letztmalig mit Oracle8i angeboten
  • Nachlizenzierung ist nicht mehr möglich
  • nachfolgende Lizenzform ist der Named User Plus (NUP)
  • Migration möglich nach NUP (1:1) oder Processor (50:1)


Definition:

Ein Named User Multi Server ist definiert als eine Person, welche zur Nutzung der auf mehreren Servern installierten Oracle Programme ermächtigt wurde. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Person die Oracle Programme zu einem beliebigen Zeitpunkt auch tatsächlich aktiv nutzt oder nicht. Ein nicht durch Menschenhand betriebenes Gerät wird zusätzlich zu allen Personen, die zur Nutzung der Oracle Programme berechtigt sind, als ein Named User – Multi Server gezählt, wenn das Gerät auf die Oracle Programme zugreifen kann. Beim Einsatz von Multiplexing in Hard- oder Software, z.B. über ein Webserver Produkt, werden die Nutzer am Multiplex Frontend gezählt.

Minimumlizenzierung:

Für Oracle Datenbank Standard Edition keine Unterscheidung in Single Server und Multi Server!): siehe Named User (NU)

Für Oracle Datenbank Enterprise Edition beträgt die Minimumlizenzierung:

  • 1 NUMS pro 50 PU, mindestens 200 PU (12/1999 - 02/2000)
  • 1 NUMS pro 20 UPU, mindestens 200 UPU (03/2000 - 03/2001)
  • 1 NUMS pro 30 UPU, mindestens 200 UPU (04/2001 - 05/2001)
  • 10 NU pro Prozessor (06/2001 - 08/2002)


In diesem Fall ist zunächst die Gesamtzahl aller (U)PU zu berechnet und daraus die Minimum NUMS Anzahl abzuleiten. Ist die Anzahl tatsächlicher Nutzer höher als die Mindestlizenzierung, so ist diese Anzahl Lizenzen anzusetzen.

Lizenz-Tipp:

Grundsätzlich sind NUMS Lizenzen auch mit aktuellen Oracle Datenbankversionen einsetzbar. Da die NUMS praktisch mit der NUP nahezu identisch ist, sollte man gleich auf NUP umstellen und so auch gleich von der geringeren Mindestlizenzierung profitieren. Die Umstellung erfolgt 1:1 und ist mit keinerlei Zusatzkosten verbunden.


 

Power Units / Universal Power Units (UPU)

  • alte Lizenzierungsform, welche auf Basis der Prozessortaktfrequenz berechnet wurde
  • wurde letztmalig mit Oracle8i angeboten
  • Nachlizenzierung ist nicht mehr möglich
  • nachfolgende Lizenzform ist Processor (PL)
  • Migration möglich von Power Units nach Processor (650:1)
  • Migration möglich von Power Units RISC nach Processor (650:1)
  • Migration möglich von Power Units INTEL nach Processor (1000:1)
  • Migration möglich von Universal Power Units (UPU) nach Processor (1000:1)


Definition:

Oracle definiert UPU als eine Einheit einer plattformabhängigen Taktfrequenz (processing power). Zur Bestimmung der benötigten Anzahl UPUs für alle Intel/CISC oder Intel/CISC kompatiblen Prozessoren (Intel/AMD, ...), multipliziert man die Anzahl MHz Taktfrequenz aller für das Programm eingesetzten Prozessoren mit dem Faktor 1,0. Für alle RSCI oder RISC kompatiblen Prozessoren (SPARC, IBM POWER, ARM, MIPS, ...) ist der Multiplikator 1,5 anzusetzen. Für Mainframe Infrastrukturen werden alle MIPS mit dem Faktor 24 multipliziert.
Die Gesamtzahl aller benötigten UPUs ist aus der Gesamtzahl der eingesetzten Prozessoren für die Oracle Programme zu errechnen. Die Lizenzierung nach UPU berechtigt sowohl interne als auch externe User mit dem Zugriff auf die lizenzierten Programme, z.B. bei Zugriff über Internet.

Minimumlizenzierung:

  • 200 UPU


Lizenz-Tipp:

Grundsätzlich sind UPU Lizenzen auch mit modernen Oracle Datenbankversionen einsetzbar. Allerdings sollte dahingehend dringend geprüft werden, ob diese Lizenzierungsform bzw. die Anzahl der vorhandenen UPU Lizenzen noch immer mit der (möglicherweise neuen) Hardware passt. Die aktuelle Hardware ist in aller Regel deutlich schneller und das bedeutet somit eine Vervielfachung der benötigten UPU Lizenzen.


 

Concurrent Devices (CCD)

  • sehr alte Lizenzierungsform, zählt die Anzahl der Eingabegeräte
  • auch bekannt als CCD Order Form oder CCD Network License
  • nachfolgende Lizenzform ist Processor (PL)
  • Nachlizenzierung ist nicht mehr möglich
  • Migration möglich nach NUP (1:2)


Definition:

Oracle definiert Concurrent Devices (CCD oder CD) als die maximale Anzahl von Eingabegeräten (Devices) welche sich mit dem jeweiligen Oracle System zu einer beliebigen Zeit verbinden können. Die Concurrent Devices Network Edition besaß eine leicht veränderte Definition.

Minimumlizenzierung:

Die Minimumlizenzierung für Oracle Datenbank Enterprise Edition lag bei 8 CCD pro Prozessor sowie bei Standard Edition 5 CCD pro Prozessor (1995-98: 5 CCD pro Server) für Lizenzbeschaffungen vor dem Jahr 2000.

Lizenz-Tipp:

Grundsätzlich sind CCD Lizenzen auch mit modernen Oracle Datenbankversionen einsetzbar. Allerdings sollte dahingehend dringend geprüft werden, ob diese Lizenzierungsform bzw. die Anzahl der vorhandenen Lizenzen noch immer mit der (möglicherweise neuen) Hardware passt.