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ASFU vs. Full Use Lizenzen

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Spätestens bei der Neuanschaffung einer weiteren Oracle basierten Applikation stellt sich nicht selten die Frage: Nimmt man AnwendungsSpezifische Full Use Lizenz (ASFU) oder doch lieber gleich Full Use (FU)? Nicht selten entscheidet man hier zugunsten der meist etwas günstigeren ASFU Lizenz - sofern diese überhaupt vom Applikationshersteller mit angeboten wird. Doch wo liegen nun die genauen Unterschiede zwischen ASFU und FU, denn beides sind doch Full Use Lizenzen!?

Nun, wie der Name schon sagt, ist die ASFU eine ANWENDUNGSSPEZIFISCHE Full Use Lizenz. Diese ist also an den Betrieb derjenigen Applikation gebunden, mit welcher diese Lizenzen ausgeliefert/erworben worden sind. ASFU Lizenzen kann man demnach auch nur direkt vom jeweiligen Anwendungshersteller erwerben oder von einem legitimierten Reseller des Anwendungsherstellers. Voraussetzung dafür ist, dass der Anwendungshersteller als Partner von Oracle seine Applikation für den Vertrieb mit ASFU Lizenzen zertifizieren lassen hat.

ASFU Lizenzen werden in der Regel günstiger angeboten als FU Lizenzen. Dennoch lohnt ein Vergleich mit FU Lizenzen. Nicht selten verlangen die Applikationshersteller für Ihre ASFU Lizenzen die gleichen Preise wie andere Anbieter für FU Lizenzen. Mit Hilfe von Paket- oder Bundlepreisen wird es dann noch etwas schwieriger, Transparenz in die tatsächlichen Kosten zu bekommen. Ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung ist die Frage nach den Supportkosten. Während die Supportkosten der Folgejahre von FU Lizenzen nach festen Vorgaben direkt von Oracle an den Endkunden berechnet werden, ist man bei ASFU Support Renewals zwingend an den Applikationshersteller gebunden. Dieser ist jedoch in seiner Preisgestaltung frei. Die Support Renewals für ASFU Lizenzen müssen also (alternativlos) über den Applikationshersteller bezogen werden. So passiert es nicht selten, dass Kunden durchaus auch mehr Support bezahlen, als für FU Lizenzen. Damit kehrt sich der vermeintliche Preisvorteil der ASFU auch sehr schnell in eine Kostenfalle um.

Beim Thema Updates, Upgrades, Patches, Bugfixes zeigt sich ein weiterer signifikanter Nachteil der ASFU Lizenzierung. Während man mit Hilfe der Oracle Customer Service Identifier Nummer (CSI) der FU Lizenzen direkten Zugriff auf sämtliche Oracle Support Ressourcen bekommt, verbleibt die CSI Nummer der ASFU Lizenzen beim Applikationshersteller. Benötigt man nun beispielsweise ein Update oder einen Security-Patch, ist man auf die Zuarbeit und das Good-will des Applikationsherstellers angewiesen. Diese Anfragen lassen sich die meisten Applikationshersteller erfahrungsgemäß zusätzlich vergüten.

Eine der entscheidendsten Fragen, die man sich stellen muss, ist die Frage nach der Nutzung der Lizenzen und der Strategie hinsichtlich der Konsolidierung der Ressourcen. Hat man beispielsweise eine einzige oraclebasierte Applikation im Unternehmen, kann der Einsatz von ASFU Lizenzen durchaus sinnvoll und kostengünstig sein. Doch schon ab der zweiten oraclebasierten Applikation ist dies in der Mehrzahl der Fälle schon nicht mehr lohnend. Warum? Nun das ist relativ einfach zu beantworten: während man mit ASFU Lizenzen für jede Applikation neue Lizenzen erwerben muss, kann man bei FU Lizenzen beliebige viele Applikationen mit den Lizenzen betreiben. Dabei ist der Preisvorteil der ASFU gegenüber der FU Lizenzen in der Regel zu gering, als dass es sich lohnen würde mehrere ASFU Lizenzen nebeneinander zu betreiben. Betreibt man bereits mehrere ASFU Lizenzen im Unternehmen, besteht die Möglichkeit, diese auch nach FU zu migrieren. Das kann recht problemlos durch Oracle oder einen Partner passieren. Der Applikationshersteller selbst könnte dies auch, wird jedoch versuchen, dies zu vermeiden. Bei der Migration wird ein kleines Uplift bei den Lizenzkosten erfolgen, welches praktisch den Ausgleich für den früheren Preisvorteil der ASFU Lizenz ausmacht. Maßgeblich für dieses Uplift ist hier jedoch der Einkaufspreis des Applikationsherstellers bei Oracle und nicht der Verkaufspreis des Applikationsherstellers an den Endkunden. Bei der nächsten Supportverlängerung der ASFU Lizenzen, lohnt es sich demnach einmal etwas genauer hinzuschauen und  gegebenenfalls auch die Migration nach FU zu evaluieren.

Vorteile der ASFU:

  • Lizenzkosten SOLLTEN i.d.R. etwas günstiger als bei FU Lizenzen
  • spätere Migration nach FU möglich

Nachteile der ASFU:

  • Intransparenz bei den tatsächlichen Lizenz- und Supportkosten durch Mangel an Vergleichbarkeit
  • Abhängigkeit von der Preisgestaltung des Applikationsherstellers bei den Supportfolgekosten
  • Abhängigkeit vom Applikationshersteller bei der Bereitstellung von Updates, Patches und Supportanfragen
  • Nutzung der Lizenzen ausschließlich für die Applikation mit der sie erworben worden sind, keine Nutzung für andere Applikationen
  • keine Übertragung der Lizenzen zur Nutzung mit anderer Applikation, falls die ursprüngliche Applikation nicht mehr genutzt wird

FAZIT: Man sollte sich genau anschauen, ob ASFU Lizenzen wirklich eine kostengünstige Alternative zu FU Lizenzen darstellen. In der Nachbetrachtung stellen sich bei vielen Kunden erhebliche Mehrkosten durch die Abhängigkeit vom Applikationshersteller und seiner freien Preisgestaltung heraus. Bereits ab der zweiten Applikation lohnt sich in den meisten Fällen eine Migration nach FU. Die jährliche Supportverlängerung ist stets ein guter Zeitpunkt, um die Lizenzierung mal wieder etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Möglicherweise lassen sich hier Supportkosten optimieren.

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