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Know-how Refresh: Lizenzkosten sparen mit der 10-Tage-Regel!?

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Sehr oft wird von Kunden die sogenannte 10-Tage-Regel zitiert, wenn es darum geht, eine kostengünstige Oracle Lizenzierung für einen hochverfügbaren Datenbankbetrieb zu finden. Leider gibt es zu diesem Thema immer wieder falsche Informationen und Missinterpretationen. Im Transactional Oracle Master Agreement TOMA_v102215_DE_DEU ist dazu folgender eindeutiger Passus ausgewiesen:

"Vorbehaltlich der nachstehenden Bedingungen beinhaltet Ihre Lizenz für die Programme, die in der US Oracle Technology-Preisliste aufgeführt sind [...], das Recht, das/die Lizenzprogramm(e) insgesamt bis zu zehn einzelne Tage eines jeden Kalenderjahres auf einem nicht lizenzierten Ersatzrechner in einer Failover-Umgebung ablaufen zu lassen. (Fällt ein Failover-Knoten beispielsweise zwei Stunden am Dienstag und drei Stunden am Freitag aus, zählt dies als zwei Tage.) Das vorstehend ausgeführte Recht gilt nur für Rechner-Cluster mit gemeinsamem Platten-Array. (aus dem englischen T-OMA:  "The above right only applies when a number of machines are arranged in a cluster and share one disk array."). Fällt der Produktionsknoten aus, übernimmt der Failover-Knoten die Funktion als Hauptknoten. Sobald der ursprüngliche Produktionsknoten repariert wurde, müssen Sie wieder zurückwechseln. Wird der zulässige Failover-Zeitraum von zehn Tagen in einem Kalenderjahr überschritten, muss der Failover-Knoten lizenziert werden. Darüber hinaus ist pro Cluster-Umgebung nur ein Failover-Knoten bis zu zehn einzelne Tage pro Jahr kostenlos. Dies gilt auch dann, wenn mehrere Knoten als Failover-Knoten konfiguriert sind. Betriebsausfallzeiten für Wartungszwecke werden ebenfalls auf die maximal zehn Nutzungstage angerechnet. Bei der Lizenzierung von Optionen für eine Failover-Umgebung muss die Anzahl der Optionslizenzen den Lizenzen der zugehörigen Datenbank entsprechen. Bei der Lizenzierung nach Named User Plus wird zudem nur für einen Failover-Knoten auf die Mindestbenutzervorgaben verzichtet. Jegliche Nutzung außerhalb des im vorangegangen Abschnitt beschriebenen Nutzungsumfangs muss gesondert lizenziert werden. In einer Failover-Umgebung muss zur Lizenzierung einer gegebenen Cluster-Konfiguration für den Produktions- und den Failover-Knoten dieselbe Lizenzmetrik verwendet werden."

Kurz zusammengefasst kann die 10-Tage-Regel also wie folgt angewendet werden:

  • bei einer anerkannten Failover / Failsafe Konstellation
  • für bis zu 10 Kalendertage pro Jahr
  • für bis zu 1 Failover / Failsafe Knoten
  • ein gemeinsames Platten-Array / shared Storage erforderlich

    Hier ein ganz wichtiger Hinweis: Die 10-Tage-Regel kann nicht angewendet werden, wenn das Storage auf ein zweites Storage gespiegelt ist oder eine Storage Virtualisierung (bspw. DataCore, FalconStor, Nexenta, ...) mit mehr als einem Platten-Array eingesetzt wird. In diesem Fall handelt es sich um Remote Mirroring!
     
  • es muss zwingend wieder auf den Primärknoten zurückgeschwenkt werden, sobald dieser wieder verfügbar ist

Vorteile:

  • Ersparnis der Lizenzkosten für 1 Failover / Failsafe Knoten
  • kostengünstige HA Lösung zur Absicherung von Knotenausfall
  • bei einem Schwenk kein Datenverlust, da identische Datenbasis
  • kurze Anlaufphase im Disasterfall

Nachteile:

  • nur für eine begrenzte Anzahl von Kalendertagen nutzbar
  • zusätzliche Kosten für das Shared Storage (gegenüber einer Lösung mit internen Platten)
  • keine Absicherung bei Storageproblemen
  • keine Absicherung bei logischen Datenbankfehlern