Home → Microsoft SQL Server → SQL Server 2016: Der Support ist vorbei – wie geht’s weiter?
Am 14. Juli 2026 veröffentlichte Microsoft den letzten Sicherheitspatch für SQL Server 2016. Gleichzeitig endete der erweiterte Support für eben dieses Datenbankprodukt. Gewissermaßen der „Schwanengesang“ einer Version, die in vielen Umgebungen noch zuverlässig ihren Dienst verrichtet. Weitere Sicherheitsupdates gibt es seitdem nur noch über das kostenpflichtige Programm für Extended Security Updates (ESU).
Für die betroffenen IT-Teams heißt das: Die bestehenden Instanzen müssen auf eine neuere Hauptversion angehoben oder ihre Datenbanken in eine aktuellere Umgebung übertragen werden. Alternativ gilt es, eine abgesicherte Übergangslösung zu schaffen.
Objektiv betrachtet ist das keine unlösbare Aufgabe. Zwischen gewachsenen Konfigurationen und knappen Wartungsfenstern kann es sich dennoch wie ein Mammutprojekt anfühlen. Aussitzen ist in diesem Fall allerdings keine langfristige Lösung. Besser ist ein nüchterner Blick auf die verfügbaren Möglichkeiten.
Die erste Möglichkeit ist die klassische Migration: Die vorhandenen Nutzerdatenbanken ziehen in eine neu bereitgestellte Instanz von SQL Server 2022 oder SQL Server 2025 um.
Dabei sollten Edition, Instanz-Sortierung beziehungsweise Collation und die relevanten Instanz-Einstellungen bewusst gewählt und mit der bisherigen Umgebung abgeglichen werden. Einfach nur die Datenbanken per Backup und Restore zu übertragen, reicht in einer gewachsenen Installation häufig nicht aus. Auch Logins, Berechtigungen, SQL-Agent-Jobs und Linked Server wollen mitgenommen oder angepasst werden.
Der zusätzliche Aufwand bringt einen praktischen Vorteil: Die Zielumgebung lässt sich vorab aufbauen und testen. Außerdem bietet sich die Gelegenheit, das Betriebssystem gleich mit zu modernisieren – und die eine oder andere Altlast aufzuräumen.
Die zweite Möglichkeit ist ein In-Place-Upgrade der bestehenden Instanzen eines SQL Server 2016 auf Version 2022 oder 2025.
Die Nutzerdatenbanken bleiben dabei an ihrem bisherigen Platz. Eine separate Migration auf einen anderen Server entfällt. Ganz ohne Aufwand geht es trotzdem nicht: Kompatibilität, Zusatzkomponenten und das Verhalten unter der neuen Version müssen geprüft werden. Ein funktionierendes Backup und ein getesteter Rückfallplan gehören ebenfalls dazu.
Microsoft unterstützt den direkten Upgrade-Pfad von SQL Server 2016 SP3 oder höher auf beide Zielversionen, sofern die Wahl der zukünftigen Edition und die übrigen Voraussetzungen passen.
Das Betriebssystem wird dabei allerdings nicht automatisch aktualisiert. Gerade bei Windows Server 2016, dessen Support im Januar 2027 endet, sollte man deshalb nicht nur die Datenbankversion betrachten. Für SQL Server 2025 ist unter Windows Server mindestens Version 2019 erforderlich.
Auch der bisher eingesetzte Produktumfang ist relevant: Wer SQL Server Reporting Services 2016 nutzt, muss die Reporting-Komponente gesondert einplanen. Ab SQL Server 2025 bündelt Microsoft die lokalen Reporting Services unter dem Power BI Report Server. Das Upgrade der Datenbank-Engine erledigt diesen Teil also nicht nebenbei.
Wenn ein Upgrade oder eine Migration kurzfristig nicht umsetzbar ist, lassen sich Extended Security Updates als zeitliche Brücke nutzen.
Microsoft bietet für SQL Server 2016 bis zu drei weitere Jahre Sicherheitsupdates für als kritisch eingestufte Schwachstellen an. Der letzte ESU-Zeitraum endet am 17. Juli 2029. Neue Funktionen, allgemeine Fehlerkorrekturen und regulärer Produktsupport sind damit nicht verbunden.
Die Teilnahme ist kostenpflichtig und an entsprechende Lizenz- und Teilnahmebedingungen gebunden. Ein individuell ausgehandelter Sondervertrag mit Microsoft ist jedoch nicht grundsätzlich nötig. Für lokal betriebene Instanzen kommt beispielsweise ein ESU-Abonnement über Azure Arc infrage.
Damit lässt sich Zeit gewinnen, etwa für die Freigabe einer Fachanwendung oder einen passenden Migrationszeitraum. Ein Ablöseplan sollte trotzdem dazugehören. Sonst steht man einige Jahre später vor derselben Aufgabe – nur mit einer noch älteren Umgebung.
Welche Variante passt, hängt von deiner konkreten Umgebung ab. Vor der Entscheidung lohnt sich ein Blick auf Patchstand, Betriebssystem, Zusatzkomponenten und Lizenzierung. Danach lässt sich die vermeintliche Mammutaufgabe meist in überschaubare Schritte zerlegen.
Hier findest du weitere Features und Infos aus der Welt von Microsoft aus unserem News & Insights Bereich.
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