Home → Microsoft SQL Server → Microsoft SQL Server 2025: Diese Features haben uns wirklich erfreut
Die Fachpresse hat berichtet, die MS-Blogs sind aufgeregt und natürlich haben auch die Newsletter von Microsoft kräftig die Werbetrommel gerührt: Die 17. Hauptversion des Microsoft SQL Server ist seit einigen Monaten verfügbar und bereit für den Einsatz.
Wenn eine neue Hauptversion veröffentlicht wird, stellen sich meist einige zentrale Fragen: Besteht überhaupt Handlungsbedarf? Für welche Umgebung ist der Einsatz sinnvoll? Sollte ein Wechsel zeitnah erfolgen? Oder ist Abwarten die bessere Strategie?
Dieser Beitrag verfolgt bewusst nicht den Ansatz einer pauschalen Migrations-Empfehlung.
Statt also vorschnelle Handlungsempfehlungen auszusprechen, werfen wir einen praxisnahen Blick auf ausgewählte Neuerungen, die den Arbeitsalltag von Datenbank-Administratoren und ‑Entwicklern tatsächlich bereichern können – und die zum Teil auch einfach Spaß machen.
Das Beste zuerst: Es darf mehr genutzt werden. Im Microsoft SQL Server 2025 wurden die Obergrenzen in mehreren Editionen signifikant erhöht – und das zum ersten Mal seit vielen Versionen.
So wurde die Obergrenze für einzelne Datenbanken in der Express-Edition auf das Fünffache erhöht. Und die Standard-Edition kann nun 32 CPU-Kerne nutzen – solange man (wie gewohnt) darauf achtet, nicht mehr als vier CPU-Sockel zu verwenden. Außerdem kann erstmals auch der Resource Governor bereits in der Standard-Edition verwendet werden.
Was in den „gehypten“ Blog-Beiträgen zwischen all den KI-Features oft untergeht, sind die wirklich coolen Neuerungen:
Zum Beispiel eine zusätzliche – und vor allem bessere – Komprimierung für Datenbank-Backups. Oder auch kleine T‑SQL-Erleichterungen, wie die beiden integrierten BASE64-Konvertierungsfunktionen.
Auch in der intelligenten Abfragebearbeitung (Intelligent Query Processing) gibt es zusätzliche Neuerungen, wie die folgende Abbildung zeigt:
Designierte Datenbank-Designer werden es begrüßen: JSON ist nun endlich als echter Spaltentyp (also Datentyp) verfügbar. Damit sind JSON-Daten und XML-Daten in puncto Handhabung endlich gleichgestellt.
Zusätzlich dürften sich Open-Source-erfahrene Datenbank-Experten über die Einführung von regulären Ausdrücken (in Form von T‑SQL-Funktionen) freuen. Und ja, das funktioniert auch mit WHERE.
Microsoft nimmt zum dritten Mal Anlauf, um einer der häufigsten Herausforderungen im Alltag zu begegnen: der Reaktion auf Änderungen im Datenbestand.
Mit Change Event Streaming wurde eine komplett neue Methode geschaffen, um auf geänderte Tabellenzeilen reagieren zu können – allerdings zum Preis einer » Azure-Anbindung.
Selbstverständlich wurde auch an der Steigerung der Sicherheit kräftig gearbeitet.
Am deutlichsten ist hier die flächendeckende Verwendung von TLS 1.3 für die Verschlüsselung diverser Verbindungen zu nennen. Der SQL Server Agent, Verbindungsserver, Replikation sowie Client-Anwendungen wie SQLCmd und BCP sind hier nur ein paar der wichtigsten Beispiele.
Zusätzlich sind nun auch benutzerdefinierte Kennwortrichtlinien im Microsoft SQL Server 2025 für Linux möglich.
Hinweis zu Reporting Services:
Der größte Paukenschlag betrifft nicht einmal die SQL Server Engine selbst, sondern ein (bereits seit Jahren) ausgegliedertes Unterprodukt: SQL Server Reporting Services (SSRS).
Dieser Dienst ist in seiner bekannten Form nicht mehr verfügbar. An seine Stelle tritt der Power BI Report Server.
Was wenig Beachtung findet, aber für Cloud-affine Admins nicht unrelevant sein dürfte: Das Technologie-Level des Microsoft SQL Server 2025 ist auch als Update-Richtlinie für eine Azure SQL Managed Instance auswählbar.
Konkret bedeutet das: Besitzer einer solchen Managed Instance können entscheiden, ob diese Cloud-Instanz weiterhin wie bisher als 2022er betrieben wird – oder als brandneue 2025er-Version.
Solltest du jetzt schon über eine Migration nachdenken, hier einige relevante Details:
Obwohl der Microsoft SQL Server 2025 bereits im November des vorigen Jahres erschien, wurde bisher nur ein einziges CU veröffentlicht. Und genau das hat enttäuscht: Es wurde rasch wieder zurückgezogen und rund zwei Wochen danach erneut herausgegeben. Daher kann man getrost abwarten, bis die ersten Feedbacks aus echten Produktiveinsätzen durchs Netz schwirren.
Besonderer Tipp:
Falls du den „großen“ SQL Server nicht erst installieren willst (oder darfst), aber ohnehin gern mit etablierten Anwendungen programmierst, kannst du dir einen Microsoft SQL Server 2025 LocalDB als Unterkomponente im Microsoft Visual Studio 2026 anschauen. Da hast du nebenbei auch gleich noch das schönere IntelliSense – im Vergleich zu VS Code.
Aller Werbung zum Trotz: Der neue Microsoft SQL Server 2025 ist mehr als nur ein 2022er mit angeklebter KI.
Wer den Microsoft SQL Server 2025 aktiv einsetzt und sich die SQL Server Engine anschaut, erkennt die Arbeit der letzten drei Jahre. Microsoft hat sinnvolle Verbesserungen in diversen Bereichen integriert, um eine neue Hauptversion zu rechtfertigen.
Da diese Neuerungen in so gut wie allen Bereichen anzutreffen sind, ist nicht jede Änderung für Datenbank-Admins und ‑Entwickler gleichermaßen relevant. Doch wer schon immer einmal reguläre Ausdrücke in der WHERE-Klausel verwenden oder in der Standard-Edition die Nutzung der Temp-Datenbank begrenzen wollte, kommt im Microsoft SQL Server 2025 definitiv auf seine Kosten.
Hier findest du weitere Features und Infos aus der Welt von Microsoft aus unserem News & Insights Bereich.
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