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Dbvisit Standby MP v11 – Getestet für Post­greS­QL Datenbanken

Dbvisit Standby MP ist eine Kom­plett­lö­sung für die Hoch­ver­füg­bar­keit und Disaster Recovery (DR) von Da­ten­ban­ken. Die Software bietet eine intuitive, grafische Be­nut­zer­ober­flä­che und au­to­ma­ti­siert komplexe Aufgaben, um die Aus­fall­si­cher­heit deiner Systeme zu gewährleisten.

In unserem Beitrag “Dbvisit Standby Mul­ti­Plat­form (MP) v11 – We are excited!” haben wir das Produkt bereits umfassend vor­ge­stellt und unsere Test­erfah­run­gen festgehalten.

Dbvisit Standby MP Logo
PostgreSQL

Von Punkten wie

  • au­to­ma­ti­sche Synchronisierung
  • manuelle Failover-Steuerung
  • flexible Kon­fi­gu­ra­ti­on und
  • um­fas­sen­de Überwachung


konnten bisher nur Oracle Database und Microsoft SQL Server Kunden pro­fi­tie­ren. Seit Version 11.5 un­ter­stützt Dbvisit Standby MP nun auch Post­greS­QL Da­ten­ban­ken ab der Version 10 aufwärts. Wir haben uns auch hier mit den Themen In­stal­la­ti­on, Aufbau und Kon­fi­gu­ra­ti­on sowie mit aus­ge­wähl­ten Funk­tio­nen be­schäf­tigt. Tat­säch­lich fällt unser Fazit diesmal nicht ganz so eindeutig aus.

In­stal­la­ti­on und Aufbau

An der In­stal­la­ti­on und Ar­chi­tek­tur der Dbvisit Software hat sich erst einmal nichts geändert. Der emp­foh­le­ne Aufbau bleibt derselbe, wie er auch in der Oracle- und Microsoft SQL Server Umgebung zur Anwendung kommt. Lies dich hier bei Bedarf noch einmal in unserem Beitrag “Dbvisit Standby MP v11 – Getestet für Oracle Da­ten­ban­ken” ein.

Der Aufbau besteht aus einem “Dbvisit Control Center” – welches über ein Web­in­ter­face die grafische Be­dien­ober­flä­che be­reit­stellt – und jeweils einem “Dbvisit Agent” pro Post­greS­QL Host. Es ist dabei emp­feh­lens­wert, das Control Center auf einem de­di­zier­ten Host zu betreiben.

Kennst du bereits die grafische Ober­flä­che von Dbvisit Standby MP, fällt die Er­wei­te­rung nur durch ein neues Schalt­ele­ment unter “New Con­fi­gu­ra­ti­on” auf:

Dbvisit Standby MP für PostgreSQL - Oberfläche

Kon­fi­gu­ra­ti­on

Die Kon­fi­gu­ra­ti­on ist dabei denkbar einfach. Wähle in den Drop Down Menüs den je­wei­li­gen Host für die Primär- und Standby Instanz aus. Ein Tipp: Solltest du hier keine Auswahl treffen können, überprüfe die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Agent und Control Center. 
Dbvisit Standby MP für PostgreSQL - Konfiguration

Hast du noch keine Standby-Datenbank in Betrieb, un­ter­stützt dich Dbvisit auch hier. Mittels ver­schie­de­ner Me­cha­nis­men (abhängig vom Recovery Model) wird aus der Pri­mär­da­ten­bank auf dem Zielhost eine Standby-Datenbank erstellt. Du kannst hier zwischen zwei Modi wählen. Der größte Un­ter­schied ist – ganz kurz umrissen – dass die Hot Standby Datenbank für Read-Only Queries zur Verfügung steht.

Bei der Wahl des Recovery Models stehen dir die folgenden drei Optionen zur Verfügung:

Option 1: WAL streaming

Über einen Re­pli­ka­ti­ons-Slot wird ein dau­er­haf­ter “real-time data stream” aufgebaut. Darüber werden der Standby Datenbank alle Trans­ak­tio­nen, die mit einem commit ab­ge­schlos­sen wurden, prä­sen­tiert. Dieser Ansatz nutzt Post­greS­QL interne Me­cha­nis­men und wird demnach über die PG-Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei gesteuert. Jede Änderung zieht in der Regel einen Neustart der Instanz nach sich.

Dbvisit Standby MP für PostgreSQL - WAL streaming

Option 2: WAL file archiving

Sobald ein WAL File ab­ge­schlos­sen ist oder nach einem ein­ge­stell­ten Intervall, wird ein Backup des WAL Files erstellt, zur Standby-Datenbank über­tra­gen und dort wie­der­her­ge­stellt. Dabei wird auf Post­greS­QL-Me­cha­nis­men (pg_basebackup) und Kon­fi­gu­ra­tio­nen zu­rück­ge­grif­fen. Die Or­ches­trie­rung wird hierbei von der PG Instanz über­nom­men. Wie in Option 1 werden Än­de­run­gen in der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei vor­ge­nom­men und mit einem Neustart wirksam.

Dbvisit Standby MP für PostgreSQL - WAL file archiving

Option 3: WAL file shipping

Die Funktion ähnelt der des WAL file archiving, mit dem Un­ter­schied, dass Dbvisit die volle Kontrolle übernimmt – ent­kop­pelt von Post­greS­QL Au­to­ma­tis­men. Wie in Option 2 nutzt dieser Me­cha­nis­mus die Funk­tio­nen von pg_basebackup, mit dem Un­ter­schied, dass diese nicht von der Instanz gesteuert werden, sondern von externen Prozessen, welche von Dbvisit ge­trig­gert werden. Än­de­run­gen werden nicht in den PG Kon­fi­gu­ra­tio­nen durch­ge­führt und werden auch ohne Neustart wirksam.

Dbvisit Standby MP für PostgreSQL - WAL file shipping

Eine fachlich belegte “beste Option” konnten wir bisher noch nicht ausfindig machen. Es ist wohl eine Frage des per­sön­li­chen Ge­schmacks, für welches Recovery Model du dich entscheidest.

Natürlich bietet Dbvisit dir auch einen Überblick des aktuellen Status deiner Konfigurationen:

Dbvisit Standby MP für PostgreSQL - Status Konfiguration
Dbvisit Standby MP für PostgreSQL - Cluster Information

Control Center

Um beim Patchen die Downtime so gering wie möglich zu halten, kannst du über die grafische Ober­flä­che einen Swit­cho­ver durchführen.

Dbvisit Standby MP für PostgreSQL - Switchover

Darüber hinaus hast du die Mög­lich­keit, über das Control Center sowohl die Primär- als auch die Standby-Datenbank zu starten, zu stoppen oder neu zu starten.

Dbvisit Standby MP für PostgreSQL - Controlcenter

Fazit

Post­greS­QL Da­ten­ban­ken erfreuen sich nicht zuletzt wegen ihrem großen Funk­ti­ons­um­fang ins­be­son­de­re auch in pro­duk­ti­ons­kri­ti­schen Um­ge­bun­gen zu­neh­men­der Be­liebt­heit. Daher ist eine Ab­si­che­rung kri­ti­scher Da­ten­ban­ken bei­spiels­wei­se mit Hilfe einer Standby Datenbank absolut es­sen­ti­ell in puncto Ver­füg­bar­keit und Sicherheit.

Neben kos­ten­frei­en Tools wie dem kom­man­do­zei­len­ba­sier­ten repmgr (be­schrie­ben in unserem Beitrag » Post­greS­QL Cluster verwalten) bietet Dbvisit mit Standby MP for Post­greS­QL nun eine weitere Al­ter­na­ti­ve für den Aufbau und das Ma­nage­ment von Post­greS­QL Standby Da­ten­ban­ken. Ins­be­son­de­re für Nutzer, welche Dbvisit Standby MP mög­li­cher­wei­se schon für Oracle und/oder SQL Server Da­ten­ban­ken im Einsatz haben, kann hier die be­stehen­de Software leicht und ver­ständ­lich, zen­tra­li­siert auf PG erweitert werden. Ebenso ist es si­cher­lich für Ad­mi­nis­tra­to­ren geeignet, die nicht so gern auf der Kom­man­do­zei­le arbeiten oder auch schlicht­weg einen pro­fes­sio­nel­len Support für ihre Software benötigen. Heißt in der Kon­se­quenz also: Kein zwin­gen­des Must-have, aber auf jeden Fall ein absolutes Nice-to-have.

Hier findest du weitere Posts rund um Post­greS­QL Da­ten­ban­ken oder auch HA Tech­no­lo­gien wie Cluster, Failsafe oder Failover.

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